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Vizzavona
Die Cascades des Anglais im Herzen von Korsika
Vizzavona im Herzen Korsikas zählt zu den wichtigsten strategischen Verkehrsknotenpunkten der Insel: Nicht etwa, weil hier ein chronisch überlastetes Autobahnkreuz für Verkehrschaos sorgt. Nein, der Ort, der aus einem Bahnhof und einem Dutzend Häusern besteht, ist einer der wenigen Haltepunkte der Schmalspurbahn von Bastia nach Ajaccio. Die kleine Bahnlinie, die quer durch die Insel führt, kreuzt hier auf halber Strecke den Fernwanderweg GR 20 und so mancher Tourenwanderer steigt hier in den Zug in Richtung Meer. 
Aber auch aus den Verkehrsnachrichten ist Vizzavona bekannt: Der nur wenige Kilometer weiter westlich vom Bahnhof gelegene, 1163 Meter hohe Vizzavona-Pass, der gleichzeitig die Grenze zwischen den Departements Corse-du-Sud und Haute-Corse markiert, ist Teil der Route National von Corte nach Ajaccio und für seine Wetteranfälligkeit berüchtigt. Hier fällt im Winter häufig meterhoch Schnee und die Passstraße bleibt tagelang für den Autoverkehr gesperrt. Autofahrern und LKWs bleibt dann nur der fast 260 Kilometer lange Umweg über Porto-Vecchio
Zur Saison ist in dem kleinen Bergdorf mächtig Betrieb. Allerlei Wander und Bergsteiger treten hier ihre Trekkingtouren in die Umgebung an und Busladungen von Kreuzfahrtschifftouristen legen auf ihrem Ausflug in die korsischen Berge in der kleinen Brasserie am Bahnhof einen Zwischenstopp ein. 
Doch Vizzavona hat seine besten Zeiten lange hinter sich. Ende des vorletzten Jahrhunderts war der kleine Ort im Agnone-Tal eine bekannte und mondäne Sommerfrische. 1889 wurde die Bahnstrecke von Ajaccio in das kleine Bergdorf eröffnet. Kaum war das bis dato wenig erschlossene Tal gut zugänglich, öffneten mehrere Luxusherbergen und Grand Palais für wohlhabende Ajaciennes und vermögende englische Touristen, gut versteckt in tiefen Buchenwäldern und Forsten aus hohen Schwarzkiefern. Von den mondänen Zeiten Vizzavonas zeugen heute nur noch einige Prachtbauten wie das längst verfallene Palais des Grand Hôtel de la Fôret sowie der Name der nahegelegenen Wasserfälle: „Cascades des Anglais“ weist auf Urlauber von den Britischen Inseln hin, die hier einst in den kristallklaren Felsbadewannen des Bergbachs Agnone Erfrischung vom korsischen Sommer suchten. 
Am unteren Flusslauf des Agnone, stößt man nach etwa 30 Minuten Wanderung duch einen kühlen Buchenwald auf eine ganze Reihe von Wasserfällen und Gumpen. Im Sommer wird hier kaum einer einem Bad im frischen Nass widerstehen können! Am oberen Ende des Tals, das ebenfalls über einen 20-minütigen Fußmarsch vom Parkplatz am Col de Vizzavona zu erreichen ist, schiebt der klare Bergbach seine Fluten, durch Felsspalten hindurch und über menschengroße Findlinge hinweg, mehrere Meter in die Tiefe. 
Während ein Ausflug zu den bekannten Wasserfällen eher ein anspruchsvoller Spaziergang ist, brechen ambitionierte Wanderer in Vizzavona zur Tagestour auf den Gipfel des 2391 Meter hohen und bis in den Sommer von Schnee bedeckten Berg von Monte d’Oro auf. Die Tour dauert immerhin neun Stunden und ist nur erfahrenen Bergsteigern empfohlen. 
Wer weniger bewandert ist, aber dennoch nicht auf tolle Ausblicke verzichten will, der findet auf der Straße Richtung Vivario, zu dessen Gemeindegebiet auch Vizzavona gehört, auf einer Bergkuppe das kleine Fort de Pasciolo. Die verfallene Burg, von der man das ganze Tal des Flusses Vecchio übersehen kann, ist in 15 Minuten Fußmarsch zu erreichen. Sie wurde 1770 von den Franzosen erbaut und diente der Überwachung des Tals und der Passstraße.
 
Timo Lutz
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