Ghisoni
Korsisches Skiparadies am Rande des Fiumorbo-Tals in Zentralkorsika
Ghisoni, ein malerisches Bergdorf mit knapp 300 Einwohnern, liegt am Rande des Fiumorbo-Tals inmitten dichter Kastanienwälder und an der Panoramastraße von Sartène nach Corte. Neben einer einzigartigen Landschaft mit den wilden Schluchten Défilé des Strette und Défilé d'Inzecca, ihren klaren Bergseen Bastani, Nielluccio und Rina und den wilden Sturzbächen von Testalu, la Mine und Cavu, die selbst in den Sommermonaten eiskaltes Bergwasser führen, ist Ghisoni inselweit vor allem für die Skistation Ghisoni-Capanelle berühmt. Seit 1975 bringen zwei Lifte am Fuße des Monte Renoso Skibegeisterte auf 1840 Meter Höhe, 2 rote, eine blaue und zwei grüne Pisten sorgen für den nötigen Abfahrts-Spaß. Von Dezember bis Mai sind die Korsen mit Skiern und Snowboards in Abfahrtsläufen und Slaloms auf dem insgesamt 2352 hohen Bergmassiv unterwegs.
Aus Ghisoni stammen übrigens die Gründer des Küstenstädtchens Ghisonaccia an der Costa Serena: Die Hirten aus Ghisoni nutzen den Ort in den Wintermonaten, um ihre Tiere in den wärmeren Küstengebieten weiden zu lassen. Da seit den 1960er Jahren an der korsischen Ostküste Landwirtschaft und Tourismus boomen, hat das ehemalige Winterquartier der Hirten aus Ghisoni die Muttergemeinde in wirtschaftlicher Bedeutung und Einwohnerzahl längst überholt.
Im Süden von Ghisoni liegen zwei Berge mit altgriechischen Namen: Kyrie Eleison und Christe Eleison, benannt nach den zwei vorchristlichen Huldigungsrufen „Herr, erbarme dich“ und „Christus, erbarme dich“. Nach einem alten Volksglauben gehen die beiden ungewöhnlichen Namen auf eine schaurige Geschichte aus dem Mittelalter zurück. Mitte des 14. Jahrhunderts kam im Osten Korsikas die religiöse Laienbewegung der Ghjuvannali (Giovannali) auf, die dem Papst in Rom jedoch ein Dorn im Auge war. Im Jahre 1354 ordnete er deshalb eine Hetzjagd auf die Ketzer an. Am Fuße der beiden Berge vor Ghisoni sollten die vermeintlichen Irrgläubigen auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Ihre verzweifelten Huldigungsrufe, Kýrie eléison und Christé eléison sollen aus den beiden Bergen zurückgehallt sein. So gab das Echo der Fürbitten der Ghjuvannali den beiden Bergen ihren frommen Namen.
 
Timo Lutz
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Vizzavona
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Auf dem knapp 80 Meter über der Schlucht in den Fels gesprengten Fahrweg kann es bei Gegenverkehr mächtig eng werden.
Von Aléria nach Ghisoni
Nach Ghisoni über die Schluchten von Défilé d’Inzecca und Défilé des Strette
Seit 1975 bringen zwei Lifte am Fuße des Monte Renoso Skibegeisterte auf 1840 Meter Höhe.
Skigebiet Ghisoni-Capanelle
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